leinen


leinen
Lein
»Leinpflanze, Flachs«: Der gemeingerm. Pflanzenname mhd., ahd. līn, got. lein, aengl. līn, schwed. lin geht mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen auf *lĭ̅no- »Leinpflanze, Flachs« zurück, vgl. z. B. griech. línon »Leinpflanze; Flachs; Leinen; Leine« und lat. linum »Leinpflanze; Flachs; Leinen; Leine« ( Linoleum), davon linea »Leine, Faden, ‹Richt›schnur« ( Lineal und Linie).
Der Pflanzenname kann, falls es sich nicht um ein altes Wanderwort handelt, eine Bildung zu der Wurzel *‹s›lī- »bläulich« sein, beachte z. B. lat. livere »bläulich, bleifarben sein« (vgl. Schlehe). Dann wäre der Lein nach der Farbe seiner Blüten benannt. – Im Germ. bezeichnet das Wort – wie z. B. auch im Griech. und Lat. (s. o.) – von alters her auch das aus Flachs Hergestellte, beachte dazu die Bildung Leine und das abgeleitete Adjektiv leinen »aus Flachsgarn gewebt« (mhd., ahd. līnīn). Die Substantivierung dieses Adjektivs ist Leinen »aus Flachsgarn gewebter Stoff«. Neben »leinen«, »Leinen« sind auch die ursprünglich niederd. Formen linnen, Linnen (mnd. linen) gebräuchlich, die durch den norddeutschen Leinenhandel Verbreitung fanden. Die Zusammensetzung Leinwand beruht auf mhd. līnwāt »Leinengewebe«, das in frühnhd. Zeit nach »Gewand« umgebildet wurde, beachte mhd. līngewant »Leinenzeug, Leinengewand«. Im heutigen Sprachgefühl wird der zweite Bestandteil von »Leinwand« als identisch mit »Wand« empfunden, zumal gespannte Leinwand als Bildwand im Kino dient, beachte dazu die Zusammensetzung Leinwandstar (20. Jh.).

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • Leinen — Leinen …   Deutsch Wörterbuch

  • Leinen — Leinen, adj. et adv. von dem Hauptworte Lein, und zwar in dessen dritten Bedeutung, aus den gesponnenen Fäden des Flachses, und in weiterer Bedeutung auch, des Hanfes, bereitet; im Gegensatze des wöllen und seiden. Ein leinener Zug. Leinenes Garn …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Leinen — Sn std. (16. Jh.) Stammwort. Substantivierung des Materialadjektivs mhd. līnen, līnīn aus Leinen zu Lein. Linnen. ✎ LM 5 (1991), 1858 1860. deutsch ix …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Leinen — Leinen, 1) aus Flachs, im weiteren Sinne auch aus Hanf verfertigt; daher Leinengarn, Leinengeräthe; 2) so v.w. Leinwand; 3) so v.w. Wäsche …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Leinen — Leinen, s. Leinwand …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Leinen — Leinen, s. Leinwand …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Leinen — Betttuch; Laken * * * Lei|nen [ lai̮nən], das; s: aus Fasern der Flachspflanze hergestelltes, strapazierfähiges Gewebe: ein Tischtuch aus Leinen. Syn.: ↑ Stoff. Zus.: Ganzleinen, Halbleinen, Sackleinen. * * * lei|nen 〈Adj.〉 aus Leinen * * *… …   Universal-Lexikon

  • Leinen — Lein »Leinpflanze, Flachs«: Der gemeingerm. Pflanzenname mhd., ahd. līn, got. lein, aengl. līn, schwed. lin geht mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen auf *lĭ̅no »Leinpflanze, Flachs« zurück, vgl. z. B. griech. línon »Leinpflanze;… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Leinen — Unter dem Begriff Leinen versteht man die aus Flachs gewonnene Flachsfaser das Gewebe aus dieser Faser: als Halbleinen mit Anteil von Flachsfasern und als Vollleinen, falls 100 prozentig Flachs genutzt wurde eine Gewebeart, die durch die einfache …   Deutsch Wikipedia

  • Leinen (2) — 2. * Leinen, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, und gleichfalls nur in den gemeinen Oberdeutschen Mundarten für thauen, aufthauen üblich ist. Die Sonne leinet das Eis auf, thauet es auf. Es leinet, es …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart